Fernwärme – Rohrleitung durch Bahnhofstraße und Mühlsteig mit Wasser befüllt

Als «Meilenstein» für die umweltfreundliche Energieversorgung wurde gestern die Flutung des ersten Abschnitts im Marktoberdorfer Fernwärmenetz bezeichnet. 150 Kubikmeter speziell aufbereitetes Wasser wurden in die 3082 Meter lange Leitung gefüllt, über die 35 Abnehmer ab diesem Winter mit Heizenergie versorgt werden. Angeschlossen wurden neben Privathäusern auch große Einrichtungen wie Landratsamt, Rathaus oder die Schulen am Mühlsteig.
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Nur vier Monate Bauzeit brauchte man für diesen ersten Bauabschnitt, freute sich Angelika Reichelt, Geschäftsführerin der Fernwärmegenossenschaft Marktoberdorf. Dabei wurden rund 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Ingenieur Bernhard Mühlegg erinnerte an eine «spannende und sportliche» Zielsetzung bei dem Projekt. Denn als die Arbeiter vor exakt vier Monaten starteten, waren noch gar nicht alle Planungen abgeschlossen.

Noch Arbeiten in Nebenstraßen

Nun soll in der übernächsten Woche bereits der Probebetrieb entlang der Bahnhofstraße und im Mühlsteig beginnen. Mühlegg stellte heraus, dass sich die Baufirma Hubert Schmid sehr bemüht habe, das Vorhaben schnell voranzubringen. Derzeit laufe noch der Ausbau des Netzes im Bereich der Georg-Fischer-Straße und des Birkenwegs, wo nochmals rund ein Kilometer Rohre verlegt werden.

Damit soll die Zahl der Anschließer auf 60 steigen.

Ab Herbst funktioniert die Wärmeversorgung, zeigte sich Bürgermeister Werner Himmer auch als Vorsitzender der Betreibergenossenschaft zufrieden: «Wir sind voll im Zeitplan.» Himmer verwies vor allem auf die Geduld und das Verständnis der Bürger für die lange anhaltenden Verkehrsbehinderungen in der Bahnhofstraße. Als nächste Bauabschnitte seien Versorgungsleitungen in der Ruderatshofener Straße und in der Eberle-Kögl-Straße in Planung, so Himmer.

Beitrag zum Klimaschutz

Durch die Zusammenarbeit mit der Futtertrocknungsanlage Ruderatshofen, die aus Biomasse Wärme liefert, werde beim Klimaschutz ein wichtiges kommunalpolitisches Ziel erreicht, sagte Landrat Johann Fleschhut. Als Vertreter der Landkreisschulen und des Landratsamtes ist er Vorsitzender der Nutzergenossenschaft. Vor dem Hintergrund der regenerativen Energienutzung sei dies ein Meilenstein für den ganzen Landkreis. Wenn nun die Wärmeversorgung laufe, gebe dies sicher neue Energie für viele neue Interessenten an einem Fernwärmeanschluss, so Fleschhut.

Kurz aber herzlich fiel der Dank von Carl Singer als Vorsitzendem der Bürgergenossenschaft aus: Er überreichte Angelika Reichelt einen Blumenstrauß. Reichelt selbst kündigte bereits den nächsten Meilenstein an: In drei Wochen werde das Netz richtig in Betrieb gehen.

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Quelle: Allgäuer Zeitung https://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/marktoberdorf/Marktoberdorf-fernwaerme-text;art2762,644205